Mittwoch, 05.06.2019
09:15 Uhr

Antibiotika-Therapie in der Parodontologie

Priv.- Doz. Dr. Karin Jepsen, Bonn
10:45 Uhr Kurs: 11

Kursübersicht
Die ursachengerichtete, anti-infektiöse Parodontaltherapie erfolgt in der Regel durch mechanische Entfernung des subgingivalen Biofilms. Eine große Zahl randomisierter klinischer Studien und systematischer Reviews hat allerdings gezeigt, dass durch den adjunktiven Einsatz systemischer Antibiotika in Kombination mit mechanischer Wurzeloberflächenbearbeitung zusätzliche klinische Verbesserungen im Vergleich zur alleinigen Instrumentierung erzielen werden können. Diese Effekte sind ausgeprägter bei aggressiver als bei chronischer Parodontitis und bei initial tiefen parodontalen Taschen, wohingegen bei Taschen mittlerer Tiefe nur begrenzte zusätzliche Verbesserungen zu erwarten sind. Auf der anderen Seite warnt die WHO eindringlich vor einer massiven weltweiten Bedrohung durch eine dramatische Zunahme von Antibiotikaresistenzen. Zudem erfährt jeder Patient durch eine systemische Antibiotikatherapie signifikante und lang anhaltende Veränderungen seines intestinalen Mikrobioms. Zahnmediziner sind geschätzt für 7-12% aller systemischen Antibiotikaverordnungen verantwortlich. Ist es also an der Zeit, den Einsatz von Antibiotika bei der Behandlung von Parodontitis zu überdenken? Ein verantwortungsvoller und vorsichtiger Umgang mit systemischen Antibiotika wird empfohlen, ihr Einsatz ist auf spezifische Situationen zu beschränken. In diesem Seminar werden die aktuellen Empfehlungen aus Leitlinien anhand zahlreicher Patientenfälle erläutert.

Zurück