Dienstag, 18.05.2021
16:30 Uhr

Zahnverschleiß Diagnostik und Bewertung

Prof. Dr. Peter Wetselaar, Amsterdam
18:00 Uhr Kurs: 4 Hauptseminar

Kursübersicht
Der Zahnverschleiß ist ein multifaktorieller Zustand. Er führt zum Verlust der Zahnhartgewebe Schmelz, Dentin und Zement. Zahnverschleiß kann in die Subtypen mechanischer Verschleiß (Abnutzung und Abrieb) und chemischer Verschleiß (Erosion) unterteilt werden.

Wegen seiner multifaktoriellen Ätiologie kann Zahnverschleiß sich vielfältig manifestieren. Daher ist es schwierig, ihn zu diagnostizieren und den Zustand zu dokumentieren. Ein systematisches Vorgehen ist jedoch eine conditio sine qua non. Im vorgestellten Tooth Wear Evaluation System (TWES 1.0, 2016), sind alle notwendigen Werkzeuge für eine klinische Leitlinie in verschiedenen Modulen inkorporiert. Dies ermöglicht dem Zahnarzt, unabhängig ob er sich in einer allgemeinen Zahnarztpraxis oder einer Überweisung-Praxis befindet, einen diagnostischen Prozess auszuführen, wie er den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht. Um die Akzeptanz und die Durchführbarkeit in der Praxis zu unterstützen, ist das TWES modular aufgebaut. Der Zahnarzt kann somit nur das Modul auswählen, das für eine bestimmte Indikation geeignet ist. Die Module entsprechen einander, was natürlich unverzichtbar und notwendig ist, um im Zeitverlauf Vergleiche durchführen zu können. Seit seiner Einführung ist das TWES bei vielen Zahnärzten in verschiedenen Ländern im Einsatz. Die gesammelten Rückmeldungen wurden von den Entwicklern und von Nutzern analysiert, woraus eine angepasste Fassung hervorgegangen ist: Das Tooth Wear Evaluation System 2.0 (TWES 2.0, 2020). Die Anpassungen und die neu eingeführte Taxonomie führen zu einem reibungsloseren Einsatz in der täglichen Praxis, einem geradlinigeren Diagnosesystem und einer strukturierten Behandlung.

Das TWES besteht aus einem TWES-Screening (Quantifizierung pro Sextant), TWES-Status- Obligatorisch (1. Quantifizierung pro Zahn; 2. Bestimmung der Ätiologie anhand klinischer Symptome; und 3. Erkennung von pathologischen Anzeichen und Symptomen), TWES-Status-Optional (1. Quantifizierung der klinischen Kronenlänge von Sextant 2 und Sextant 5; 2. Strukturierte Anamnese, Verwendung relevanter Fragebögen; 3. Speichelanalyse; und 4. Aufzeichnung des Zahnverschleißes durch intraorale Fotografien, Zahnabdrücke, intraoraler
Scanner), und einem TWES-Status-Behandlung und Management (Einschätzung des Schwierigkeitsgrades).
Die verschiedenen Module und ihre Möglichkeiten werden diskutiert, die Anwendung des TWES in der täglichen Praxis wird erklärt.

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